Warum weiterlesen?

Ja, warum eigentlich?

Der Frage kann ich momentan nur mit einem Zitat eines meiner (derzeitigen) Lieblingsautoren, Thomas Bernhard, begegnen, das er während einer Rede zur Verleihung eines Literaturpreises gesagt hat. Aus meiner Sicht fasst es den Schreibprozess sehr treffend zusammen. Und nicht nur den Schreibprozess, auch den Lebensprozess, wenn man so will, denn worüber lohnt es sich sonst zu schreiben? Warum lohnt es sich, sich sowohl den Schwierigkeiten des Schreibprozesses selbst, bzw. eines beliebigen Kreativprozesses, zu stellen, als auch der Konfrontation mit sich selbst und später der Konfrontation mit anderen Menschen?
Ich weiß es auch nicht – aber irgendwie will ich es. Ich will es erleben und ich will es aushalten. Und wenn ihr wollt, lade ich euch gerne ein, an meinen Lebensprozessen teilzuhaben; Prozesse, die viele Bereiche des alltäglichen Lebens tangieren, kleine Beobachtungen an mir selbst und anderen, in denen viele Menschen sich vielleicht auch wiederfinden, denn:

„Das Problem ist, mit der Arbeit fertig zu werden, und das heißt, mit dem inneren Widerwillen und mit dem äußeren Stumpfsinn … das heißt, über mich selbst und über Leichen von Philosophien geh’n, über die ganze Literatur, über die ganze Wissenschaft, über die ganze Geschichte, über alles … es ist eine Frage der Geisteskonstitution und der Geisteskonzentration und der Isolation, der Distanz … der Monotonie … der Utopie … der Idiotie …
Das Problem ist immer, mit der Arbeit fertig zu werden, in dem Gedanken, nie und mit nichts fertig zu werden … es ist die Frage: weiter, rücksichtslos weiter, oder aufhören, schlußmachen … es ist die Frage des Zweifels, des Mißtrauens und der Ungeduld.“
(Thomas Bernhard)

Momentan wähle ich also stoisch die Rücksichtslosigkeit.

Ich bin die linke Katze, ich bin die rechte Katze, ich bin die linke Katze …

 

PS: One-sentence-music-reviews: https://www.sputnikmusic.com/user/AlexDeLarge.