Aus ‚Sie kommen bei Nacht, bei Tag müssen sie gehen‘

Ich arbeite endlich mal wieder an einem Prosaprojekt – eine neue Kurzgeschichte. Als work in progress werde ich ab und zu ein paar Auszüge oder Ideen posten:

[…]

Zu Beginn der langanhaltenden Nacht hatten noch Fledermäuse ihre Kreise gezogen, und man hatte Eulen lautlos durch die Lüfte fliegen hören. Doch nun hatten die Insekten und die Mäuse und sogar die Ratten einfach aufgegeben. Sie verharrten nur noch dort, wo sie sich gerade zufällig ausgeruht hatten. Und mit ihnen hatten auch die Fledermäuse und Eulen nach zunächst zahlreichen langen, dann immer weniger werdenden und erfolgloseren kurzen Runden aufgegeben. Viele starben ohne Gegenwehr. Sie konnten keinen Widerstand leisten. Nicht einmal die schlauen Raben konnten aufbegehren. Sie hatten sich tief in die Wälder zurückgezogen. Und auch in den Städten war – lange nach dem letzten so vertrauten Gurren der Tauben – das Krächzen der Krähen verstummt. Niemand wusste, woher der Angriff stammte und niemand fragte. Der Angriff war Alltag geworden.

[…]


(April 2020 / Mai 2020)

Ein Kommentar zu „Aus ‚Sie kommen bei Nacht, bei Tag müssen sie gehen‘

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